Tag 21 – Besuch der ersten Hilfsprojekte
Wieder auskuriert ging es zur Besichtigung der ersten Hilfsprojekte. Treffpunkt für alle Interessierten war der Campingplatz von Heinz und Marion. Heinz leitet die DBO (Dresden Banjul Organisation), die für die Vergabe der Geld- und Sachspenden an die einzelnen Hilfsprojekte verantwortlich ist. Wieder mal im Konvoi ging es durch das Gequirle in den engen Gassen von Serekunda. Ohne Begleitung wären wir völlig aufgeschmissen gewesen, denn bereits nach der dritten Abzweigung hatten wir die Orientierung komplett verloren. Erster Stopp war die Lambai Nursery School. Das unscheinbare Gebäude wär ohne die liebevolle Bemalung nicht als Schule zu erkennen gewesen. Kaum geparkt waren wir umringt von vielen Kindern und Jugendlichen, die das Spektakel an der Schule freudig beobachteten. Heinz erklärte, dass Vorschulen in Gambia essentiell für eine gute Schulbildung sind. Amts- und Schulsprache ist Englisch. Leider wird in vielen Familien mit den Kindern bis zum regulären Schulalter Mandinka oder eine der weiteren 19 Sprachen gesprochen. In den Vorschulen wird den Kindern erstmals Englisch vermittelt, um ihnen den Einstieg in das Schulleben zu erleichtern. An den Schulleiter, einen bescheidenen Mann, übergaben wir unsere mitgebrachten Spenden. Über die Tafelkreide und den Schultafellack freute er sich am meisten, da bereits seit einigen Wochen die Kreide ausgegangen ist. Aber auch die Landliebe-Kugelschreiber, Springseile und Kleinigkeiten von der St. Laurentiusapotheke zeichneten ein Lächeln auf sein Gesicht. Weiter ging es zum Neubau der Schule. Da die Schule am aktuellen Standort keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr besitz, wird eine weitere Schuleinheit einige Kilometer entfernt gebaut. Das Schulgebaude ist bereits in einem begrünten Hinterhof errichtet und wird teilweise zum Unterricht genutzt. Die Nebengebäude sollen in den nächsten zwei Monaten fertiggestellt sein.
Weiter ging es zu Sukuta Health Center. Es handelt sich um kein Krankenhaus im europäischen Sinn, sondern hier werden die Patienten von Krankenschwestern und Pflegern versorgt. Geburtshilfe, Malariaerkennung, Wundversorgung und Behandlung von leichte Erkrankungen gehört zu den Leistungen des Centers. Seit der letzten Rallye Staffel hat das Healthcenter sogar einen eigenen Krankenwagen um Patienten ins Krankenhaus zu fahren, wenn die Schwestern und Pfleger nicht mehr weiter wissen. Hier sind die gespendeten Verbandsmaterialien und die T-Shirts goldrichtig aufgehoben. Zusammen mit den Spenden der anderen Rallyeteilnehmer ergibt das einen ganz schönen “Haufen” über den sich die Centercrew sichtlich freut. Schnell noch ein paar Kuscheltiere an die Kinder verteilt und unsere Projektbesichtigung ist für heute beendet.
Hummel war immer noch mit unseren Ausrüstungsgegenständen gefüllt. Alles musste bis zur Versteigerung raus. Was machen? Tauschen, gegen Souvinirs auf dem Serekunda Craft Market. Also sind wir direkt nach den Besichtungen auf den Markt gefahren. Kaum hatten wir das Auto abgestellt waren wir schon umringt von Händlern. Alle wollten aber nichts verkaufen, sondern hatten großes Interesse an dem Kofferrauminhalt. Nach und nach wechselten Schlafsäcke, Kocher, Geschirr und fast alle anderen Teile ihren Besitzer. Nach 2 Stunden zähen Verhandlungen hatten wir genug und brachen ab, denn die Händler kannten kein Halten mehr. Jörg lief mittlerweile schon barfuss über den Markt, da er seine Schuhe getauscht hatte. Zurück zum Hotel und frisch machen für die Welcome-Party im Blue Kitchen. Fertig für die Party trafen wir uns auf dem Parkplatz, denn wir wollten noch den Innenausbau ausbauen, damit wir alle zusammen in Hummel zur Party fahren konnten. Die Angestellten vom Hotel waren aber schneller und umlagerten den Hyundai. Stefan nutzte die Chance und stellte den verbleibenden Ausrüstungsgegenständen ihre neue Besitzer vor. Ingo riss noch schnell den Innenausbau heraus, der bereits bei unserem Flug in der Wüste gelitten hatte, und es ging in schneller Fahrt mit 8 Personen zur Party.










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