Tag 19 – St. Louis nach Banjul – 570 km

Am Tag 18, waren wir noch in St. Louis und haben uns etwas umgeschaut. Nachdem die Taxifahrer keine 5 Leute auf einmal, im zugegeben etwas kleinen PKW, transportieren wollten und ein findiger Privatmann, der dies gemacht hätte, unsere Reisekasse geplündert hätte, gingen wir zu Fuß in die Stadt. Die 3 km legten wir am Strand zurück und kamen gut voran. Unser Weg führte uns aber auch durch die Slums der Stadt. Die Leute waren so verdutzt, bestimmt haben sie noch keine Touristen in ihrem Viertel gesehen. Gezeichnet von den Eindrucken ging es weiter in den alten Kolonialteil der Stadt, der ein komplett anderes Bild bot. Wir machten einen Spaziergang durch die Straßen, wollten dann aber auch bald wieder zurück, denn die nächste Etappe sollte nach Aussage der Orgs sehr anstrengend werden.

Am Mittwoch, Tag 19, fuhren wir die letzte Etappe nach Gambia. Leider ging es nicht pünktlich los, sondern die Abfahrt verzögerte sich um eine halbe Stunde. Aber nicht, weil die Zolleskorteure zu spät waren, sondern die Teilnehmer sich schon zu sehr an die afrikanischen Verhältnisse gewöhnt haben und recht bedächtig ihre Boliden bestiegen. Auf dem letzten Abschnitt kam auf den gut ausgebauten Straßen sogar ein wenig Rallyefeeling auf. Unzählige Kinder kamen zur Straße geeilt und jubelten uns zu. Wobei es aber vor allem bei den Älteren augenscheinlich vorrangig um „Cadeau´s“, also kleine Geschenke ging. Die Hitze machte nicht nur den Autos, sondern auch den Teilnehmern zu schaffen. Bei immerhin 45°C im Schatten spielte der Kreislauf bei Gregor von der „Automobilen Randgruppe“ und Ingo von „ Hubraum satt“ nicht mehr mit. Kurzerhand wurde Gregor, den es extrem erwischt hat, in Hummel verfrachtet, da wir als einziges Team eine Klimaanlage besitzen, die jetzt zum ersten Mal zum Einsatz kommt. Gut gekühlt erholte sich Gregor ein wenig. Leider musste dafür Rainer mit ihm den Platz in der rollenden Heimsauna, dem roten Blazer tauschen. Der Chevrolet hat bereits seit der Sahara mit Überhitzungsproblemen zu kämpfen, weshalb die Heizung im Innenraum immer auf volle Pulle läuft um die Wärme des Motors abzutransportieren.

Kurz vor der gambianischen Grenze wurden dann noch Schlagloch-Bingo gespielt. Die Straße befindet sich in einem derartig schlechten Zustand, übersät mit tiefen Kratern, dass man sich nur im Slalom um die Löcher fortbewegen konnte. Glücklicherweise haben sich 80 km Spielfläche auf 20 km reduziert, da in letzten Monaten fleißig gebaut wurde. Die Formalitäten an der Grenze zu Gambia gingen rasend schnell. Nach 1 Stunde Wartezeit war alles erledigt und es ging weiter zur Fähre über den Gambia-River. Übrigens hört man jetzt nicht mehr vom Straßenrand „Cadeau, Cadeau!“, sondern „Give me, Give me“. Was Rainer und mir, Stefan, deutlich besser gefällt, da wir uns auf englisch definitiv besser verständigen können als auf französisch.

Am Fährhafen angekommen, ging es sofort ans Terminal, was nicht selbstverständlich ist, da die Einheimischen teilweise 2 Tage warten bis sie über den Fluss kommen. Trotz alledem dauerte es für uns auch 4 Stunden bis alle Autos über den Fluss und in Banjul waren. Auf der anderen Seite wurden wir mit einer Polizeieskorte ins „Blue Kitchen“ begleitet. Dies darf man sich aber nicht wie in Hollywood-Filmen vorstellen, wo es mit einem Affenzahn durch die Straßen geht. Sondern eher gemütlich mit 40 km/h sind wir durch die gambianische Hauptstadt geschlichen. Wir wollten nur noch ankommen. Schnell noch eine Kleinigkeit im Blue Kitchen gegessen, ein kühles Bier getrunken und es ging ins Hotel. Eigentlich wollten wir die erste Nacht auf dem Campingplatz verbringen, aber nach dem Tag brauchten wir ein ordentliches Bett. Alex und die Jungs von „Hubraum satt“ und der „ Automobilen Randgruppe“ hatten sich Zimmer im Lemon Creek reserviert. Da viel die Entscheidung nicht schwer und wir haben uns einfach mit rangehängt. Eric, der Besitzer des Hotels drückte uns schnell die Schlüssel in die Hand und lud uns noch auf ein kühles Getränk ein. Danach waren wir aber schnurstracks auf den Zimmern verschwunden. Gute Nacht!

    • Rainer Engels, MdTM4 (Mitglied des Teams Mission4)
    • 22. März 2010

    Hi Steffi Hi Stefan!!
    Offensichtlich seid ihr ja zumindest schonmal gelandet. Wir haben euer Flugzeug uebrigens gestern Abend beim Essen gehoert – vorausgesetzt ihr seid ziemlich puenktlich geflogen. Bei mir war bisher nicht viel mit Ruhetag. Ich bin heute morgen mit Taxi und Bus nach Banjul rein, was an sich schon ein Erlebnis ist, und wollte mir dann etwas die Stadt anschauen. Habe dann aber den Gaertner von unserem Hotel getroffen, der gerade aus dem Krankenhaus kam, in dem er seine Frau besucht hatte, da sie heute nacht einen Sohn geboren hat. Spontan hat er mir dann die Stadt gezeigt (sicherlich auch, da er ein Geschaeft gewittert hat) aber ich habe es genossen. Essen in winzigen Laeden, in denen sich sonst wahrscheinlich kein Tourist verirrt und Fotos von Fischerdoerfchen, in die wohl sonst niemand alleine hereingeht. Der einzige Nachteil: Die Afrikaner sind bei dem Wetter so schnell unterwegs, dass ich schon wieder durchgeschwitzt bin.
    Als Gegenleistung fuer die Stadtfuehrung wollte er nur einen “Beutel” Reis, den er fuer die morgige Pinkelparty braucht, zu der ca. 200 Leute erwartet werden. In der Form eine Stadtfuehrung bezahlen, mache ich natuerlich gerne. Und immerhin sind jetzt Joerg und ich sogar zu selbiger Party eingeladen und werden morgen am Hotel abgeholt!! Ich bin gespannt!!

    Also viele Gruesse nach Deutschland,

    Rainer!!

    • Hey Rainer,
      ja wir sind gut angekommen. Unser Gepäck aber nicht. Mal sehen wann es kommt. Doof, dass ein Großteil der Speicherkarten auch in den Seesäcken ist. Hört sich nach viel Spaß an. Wir wünschen euch eine tolle Zeit.

      LG aus Dresden Steffi und Stefan

    • Hans-Jürgen Goldschmidt
    • 22. März 2010

    Hallo Rainer,

    auch wir vom FrieslandCampina Team wünschen Dir noch eine schöne Zeit.
    Wir freuen uns, dass Ihr gut angekommen seit und dass alles ein großer Erfolg für Euch gewesen ist.

    Gruß

    das Team Frieslandcampina aus Elsterwerda

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